Regelleistungen in Wasserwerken – umsetzbar und wirtschaftlich?

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Im Jahr 2000 lag der Anteil an erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch bei 6,2 Prozent, im Jahr 2015 konnte dieser Anteil auf 31,5 Prozent erhöht werden. Das zeigt ein Bericht des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Da erneuerbare Energien wie Windkraft oder Photovoltaik an Bedeutung gewinnen, ist es wichtig, Regelleistungen bereitzustellen, um das Energienetz stabil zu halten. Für Unternehmen mit großen Verbrauchern werden finanzielle Anreize geschaffen, ihre Verbräuche entsprechend der elektrischen Leistungen im Netz zu reduzieren oder aber zu erhöhen. Dieser finanzielle Anreiz zur Bereitstellung von Regelleistung wird durch die Vermarktung von Regelleistung gegeben.

In seiner Masterthesis mit dem Titel „Untersuchung der Machbarkeit zur Bereitstellung von Regelleistung in Wasserwerken“ prüft Dominik Seebold exemplarisch, in wie fern es möglich und vor allem wirtschaftlich ist, in Wasserwerken Regelleistungen mittels Unterwasserpumpen bereitzustellen. Hierfür analysiert er zunächst unterschiedliche Regelenergiearten sowie die Energiepreisgestaltung in Bezug auf verschiedene Wasserwerksstandorte. Dann stellt er die Ergebnisse in Bezug zu den technischen Grundlagen und Potenzialen der Wasseraufbereitungsschritte sowie dem dabei entstehenden Energiebedarf eines ausgewählten Wasserwerks. Schließlich prüft Seebold die Wirtschaftlichkeit der unterschiedlichen Modelle.

Der Autor kommt zu dem Ergebnis, dass sich sowohl das Modell der Minutenreserveleistung als auch das Modell Intraday Swap in Wasserwerken gut anwenden lassen und unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten empfehlenswert sind. Laut Seebold ließen sich beide Modelle auf alle Wasserwerke übertragen, eine Gesamtleistung von 2,4 Megawatt würde als variable Größe eingesetzt und vermarktet werden können.

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