Interview mit Gregor Weber, 48 Jahre, Wirtschaftsingenieur

Gregor Weber

Interview vom 25.05.2013

Inwieweit war der Masterstudiengang Erneuerbare Energien für Ihre Karriereplanung ausschlaggebend?

Bereits in meinen gut 20 Jahren im internationalen Automobilgeschäft hatte ich bei der Produktplanung und indirekt bei der Planung von Standorten mit dem Thema Energieeffizienz zu tun. Außerdem habe ich mich auch nebenberuflich mit den Themen Energieeinsparung und -effizienz beschäftigt. 2011 habe ich mich dann entschlossen, meine Hobbies zum Beruf zu machen und die Automobilindustrie zu verlassen. Mir war klar, dass ich dazu auch noch das eine oder andere energie-fachliche Zertifikat benötige. So habe ich bei der IHK den European Energy Manager absolviert. Da die erneuerbaren Energien die einzig sinnvolle Ergänzung zu Energieeinsparung und Energieeffizienz sind, war der Studiengang an der Akademie die einzig logische Ergänzung. Diesen habe ich dann noch durch Zertifikate wie Energiewirt Biogas und Sachverständiger Energieeffizienz und erneuerbare Energien komplettiert, die ich sozusagen zur ergänzenden Klausurvorbereitung bei anderen Bildungsträgern besucht habe. Ende 2012 habe ich mich dann mit meinem eigenen Büro (renervis Consulting) selbständig gemacht und betreibe nun hauptberuflich die Themen Energieffizienz, erneuerbare Energien und mehr. Im Rahmen dieser Tätigkeit bin ich nun in engem Kontakt zu KMUs und bekomme quasi täglich deren Rückmeldung zum Thema Energiewende. Meist sind das Kommentare zu den bekannten instabilen politischen Rahmenbedingungen aus Berlin und den damit verbundenen Fragen zum Thema erneuerbare Energien und Strompreisexplosion. Hier kann ich nun meine im Studium erworbenen Kenntnisse bestens einsetzen.

Das Thema Energiewende und die Folgen für den Mittelstand hat sich auch bei mehreren Gesprächen mit einem namhaften Interessenvertreter des deutschen Mittelstandes und einer Landes-Energie-Agentur konkretisiert, sodass ich dieses Thema nun im Rahmen einer Promotion (ebenfalls berufsbegleitend) bearbeiten werde – das hat sich vor wenigen Tagen bestätigt. Dieses Thema wird sich sehr stark auch mit der Thematik der erneuerbaren Energien beschäftigen, weshalb das Studium hier eine hilfreiche Grundlage ist. Der Masterstudiengang Erneuerbare Energien war somit einer der Grundpfeiler meiner künftigen Karriereplanung.

Was zeichnet aus Ihrer Sicht den Masterstudiengang an der HAW und der Akademie im Vergleich zu anderen Studiengängen aus?

Nun, zum Zeitpunkt meiner Entscheidung für den Studiengang gab es keine wirklich vergleichbaren Alternativen. Inzwischen gibt es auch andere Anbieter, die ihre Chance wittern. Meist liegt der Schwerpunkt, bei den mir bekannten Studiengängen, auf den Themen Energieeffizienz und Energiemanagement und die erneuerbaren Energien werden nicht als Hauptfokus behandelt. Dies sind zwar auch sehr wichtige Themen, gerade für meine jetzige Tätigkeit, dennoch setzt der Studiengang der Akademie den Fokus auf die Erneuerbaren und die Themen Energieeffizienz und Energiemanagement werden hintergründiger behandelt. Den Fokus auf diese beiden Themen habe ich mir dann bei Bildungsträgern erworben, die mit einem hohen Praxisanteil darauf spezialisiert, in der Industrie durch persönliche Zertifizierungen anerkannt und von der DAKKS akkreditiert sind. Für meinen Fall ist der M.Sc. Erneuerbare Energien und die akkreditierte Zusatzqualifikation zu Energieeffizienz und -management eine ideale Kombination.

Wie sind Sie auf die Akademie und den Masterstudiengang aufmerksam geworden?

2011 bei der Job- und Bildungsmesse Gelsenkrichen, ein Bonding-Event, bei dem die Akademie einen Stand hatte.

Wie beurteilen Sie die inhaltliche Gestaltung des Studiengangs?

Wie oben ausführlich beschrieben, ist das in meinem Fall ein perfect match.

Wie beurteilen Sie den interdisziplinären Ansatz des Studiengangs?

Vor Jahren stand ich schon einmal vor der Studienwahl und habe mich damals wegen des interdisziplinären Ansatzes für den Studiengang zum Wirtschaftsingenieur entschieden. In meiner darauffolgenden Zeit in der freien Wirtschaft hat sich dies als Vorteil erwiesen – so wurde ich nicht zum Spezialisten, sondern zum Allrounder. Genau das ist es, was ich auch an diesem Studiengang schätze. Vor allem aber wertschätze ich den Fokus auf die Erneuerbaren. Natürlich steigt man nicht in alle Bereiche so tief ein wie beispielsweise in einem Fokusstudium, aber das wollte ich auch nicht. Natürlich schadet es nicht, sich zusätzliches Spezialwissen in selektierten Bereichen anzueignen, was ich durch den Besuch von Spezialkursen umsetzte. Von dieser Strategie profitiere ich nun in meiner Zeit als Selbständiger.

Kam Ihnen als berufsbegleitend Studierender der Wechsel zwischen Präsenz- und Onlinezeiten entgegen?

Auf alle Fälle! Ich habe damals nur nach berufsbegleitenden Studiengängen gesucht und fand die Ergänzung von Heim- und Präsenzzeiten sehr hilfreich. Die Präsenzzeiten sind insbesondere für den sozialen Faktor wichtig. Ich habe während des Studiums viele neue interessante Menschen kennengelernt und auch Freunde gewonnen.

Inwiefern empfanden Sie die Online-Lernplattform Moodle als hilfreich?

Um ehrlich zu sein, hatte ich anfangs einige Probleme mit Moodle. Es gab oft Änderungen in der Form, dass Dateien durch überarbeitete Versionen ausgetauscht wurden, man dies aber als User nicht erkennen konnte. Das frustrierte schon. Auch gab es manchmal Änderungen, die mir durch die Lappen gingen. Das hat sich allerdings im Laufe des Studiums gebessert, zumal das Moodle System ständig ergänzt und erweitert wird. In der letzten Zeit war alles ok.

Wie empfanden Sie den persönlichen Kontakt und die Betreuung durch die Professoren/Dozenten und die Akademie?

Wie immer im Leben ist nicht alles perfekt. Es gab Dozenten, mit deren Stil ich besser zurecht kam. Bei anderen bin ich auch mal verzweifelt. Aber wie die Leistungen zeigen, hat es am Ende doch bei allen Klausuren geklappt und ich darf mit den erreichten Ergebnissen ganz zufrieden sein. Bei der Akademie darf ich bei dieser Gelegenheit das Sekretariat ganz besonders lobend erwähnen. Hier wird ein super Job gemacht. Man hat in Frau Frauendorf immer eine professionelle und engagierte Anlaufstelle. Nicht selten habe ich sogar nach Feierabend noch Rückmeldung erhalten!

Haben Sie bereits während des Studiums Kontakte für Ihre weitere Karriere knüpfen können bzw. nützliche Impulse erfahren?

Da möchte ich gerne auf meine Antwort zur ersten Frage verweisen. Die beschreibt das ganz gut.

Was würden Sie Studieninteressierten für den Masterstudiengang mitgeben wollen – was sollten sie wissen?

Das ist eine nicht ganz einfache Frage, denn es werden Studenten mit den verschiedensten Vorkenntnissen kommen. Banker, die bisher noch nicht viel mit Thermodynamik zu tun hatten; Ingenieure, denen unter Umständen die Betriebswirtschaft fremd ist und Wirtschaftsingenieure, welche mit Technik und Betriebswirtschaft vertraut sein sollten, aber auch nicht 100% mit beidem. Das war in unserem Jahrgang auch nicht anders. Aber kein Grund, Trübsal zu blasen. Es hat sich sehr schnell gezeigt, dass sich trotz der teilweise weiten Entfernungen zwischen den Wohnorten der Studenten Interessengruppen gebildet haben und man sich gegenseitig geholfen hat. Der Ingenieur erklärt dem Banker Thermodynamik und der Banker revanchiert sich mit seinem Wissen in der Betriebswirtschaft. Die neuen Medien erlauben ja Konferenzen über weite Entfernungen hinweg und die sollte man nutzen. Ohne eigenes Zutun wird es allerdings nichts, auch wenn man sich gegenseitig hilft.

Wir danken Ihnen für das Interview und wünschen alles Gute für die Zukunft!

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