Interview mit Jan Luca Plewa, Absolvent der Akademie für Erneuerbare Energien

Jan Luca Plewa

Interview vom 25.06.2012

Inwiefern war der Masterstudiengang Erneuerbare Energien für Ihre Karriereplanung ausschlaggebend?

Der Masterstudiengang an der Akademie für Erneuerbare Energien in Lüchow-Dannenberg war für mich persönlich der nächste logische Schritt, um in meinem Werdegang einen klaren Akzent zu setzen. Seit ich das erste Mal während meines dualen BWL-Bachelor-Studiums und meiner Arbeit im internationalen Industriegüterhandel mit den Erneuerbaren in Berührung kam, ließ mich das Interesse an ihnen nicht mehr los. Ich wollte mich gerne noch intensiver mit etwas so sinnvollem und für die Zukunft relevantem beschäftigen. Leider konnte ich mich aber bisher weder als Teil dieser Branche verstehen, noch fühlte ich mich ausreichend dafür vorbereitet, alle Erneuerbaren zu bearbeiten. Das Masterstudium, so hoffte ich, konnte mir dafür Türen öffnen und mich befähigen, täglich mit den Erneuerbaren Energien umzugehen. So ist es schließlich auch gekommen. Heute ist es genau meine Aufgabe, das Thema ganzheitlich voran zu bringen, und der Master wird meine Karriereplanung fortan besonders prägen.

Was zeichnet aus Ihrer Sicht den Masterstudiengang Erneuerbare Energien an der HAW und der Akademie (im Vergleich zu anderen Studiengängen) aus?

Hier sind, denke ich, drei Aspekte besonders hervorzuheben. Das Studium ist berufsbegleitend und nicht-konsekutiv. Das bedeutet, man kann es ohne große Einschnitte in der weiteren Lebensplanung durchführen und hat auch als Nicht-Ingenieur die Chance, sich technisch weiterzubilden. Des Weiteren zeichnet den Masterstudiengang die kleine Jahrgangsgruppe aus, denn man lernt sich so besser kennen und gewinnt Freunde.

Wie sind Sie auf die Akademie für Erneuerbare Energien und den Masterstudiengang aufmerksam geworden?

Ich habe durch Verwandte einen Flyer der Akademie von der Hannover-Messe weitergereicht bekommen. Die Inhalte des Papier-Flyers und die Internetseite der Akademie waren bereits sehr überzeugend und vermittelten einen unkomplizierten Ablauf. Inhaltlich machte für mich alles Sinn, ich fand die Partner der Akademie (HAW, E.ON etc.) interessant, und ein Stück weit aus positivem Bauchgefühl habe ich mich um einen Studienplatz beworben.

Wie beurteilen Sie die inhaltliche Gestaltung des Studiengangs?

Mir persönlich gefällt die inhaltlich breite Aufstellung des Studiengangs. Diese liefert viele Impulse und Denkanstöße, um sich gut und schnell in die Erneuerbaren Energien einzuarbeiten, bei denen Neuentwicklungen auf der Tagesordnung stehen. Sicherlich musste in der Startphase des Studiums am Programm noch einiges nachjustiert werden, doch so etwas ist ein organischer Lernprozess aller Beteiligten und kann nicht bis ins Letzte vorab geplant werden.

Wie beurteilen Sie den interdisziplinären Ansatz des Studiengangs?

Durch die facettenreiche Vermittlung qualifiziert der Studiengang dazu, zukünftig nicht nur ein Teilthema zu bearbeiten, sondern vernetzt mit allen Erneuerbaren Energien bei unterschiedlichen Fragestellungen, Systemlösungen zu entwickeln. Gemäß der Anforderung, in Zukunft bei diesen neuen Technologien für mehr und effizientere Systemintegration zu sorgen, ist das eine sehr wichtige Fähigkeit. Ohne den interdisziplinären Ansatz hätte ich heute nicht das Gefühl, fast überall mitreden zu können oder einen so schnellen Zugang zu neuen Themen im Bereich Erneuerbare Energien zu haben.

Kam Ihnen als berufsbegleitend Studierender der Wechsel zwischen Präsenz- und Online-Lernzeiten entgegen?

Zu Beginn des Studiums dachte ich, dass mir noch mehr Online-Lernzeiten entgegen gekommen wären, weil sie womöglich zu mehr zeitlicher Entzerrung und Flexibilität geführt hätten. Doch schnell erkannte ich, dass beim Studium neben der rein inhaltlichen auch die soziale Ebene von großer Bedeutung ist. Ohne die Präsenzlernzeiten in Lüchow-Dannenberg wäre der Austausch mit den Studienkollegen und der Akademie für Erneuerbare Energien sicher nie so nachhaltig gewesen.

Inwiefern empfanden Sie die Online-Lernplattform Moodle als nützlich/hilfreich?

Mit Sicherheit gibt es viele Online-Lernplattform-Systeme und letztlich muss man sich auf eines festlegen. Moodle bietet meiner Meinung nach alle wichtigen Funktionalitäten. Es kommt neben der Plattform auch noch darauf an, wie vielseitig man diese nutzt. Es hat sich als sehr hilfreich erwiesen, Audioaufnahmen von Präsentationen zu einzelnen Vorlesungen in Moodle einzustellen, um umfangreiche Inhalte besser studieren zu können. Ob es zukünftig nicht noch andere und bessere Systeme gibt, kann ich schlecht bewerten. Man sollte da auf jeden Fall aufmerksam technisch mit der Zeit gehen.

Wie empfanden Sie den persönlichen Kontakt und die Betreuung durch die Professoren/Dozenten und die Akademie?

Wie sonst auch ergeben sich mehr und weniger intensive Kontakte auch während eines berufsbegleitenden Studiums, da sich je nach Gemeinsamkeiten oder Differenzen die Beziehungen sehr unterscheiden. Als sehr angenehm empfand ich, dass man mit Dozenten und Professoren gut diskutieren konnte und mit vielen auf einer Wellenlänge war. Die Erneuerbaren Energien sind ein sehr junges Thema und es besteht ein großer Bedarf sie immer wieder in Frage zu stellen, um sie zu einer besseren Lösung zu machen. Generell empfand ich den persönlichen Kontakt aber immer als freundlich und respektvoll und wurde von allen in der Akademie für Erneuerbare Energien gut betreut.

Haben Sie bereits während des Studiums Kontakte für Ihre weitere Karriere knüpfen können bzw. nützliche Impulse erfahren?

Persönliche Kontakte habe ich viele geknüpft, ob der eine oder andere auch Einfluss auf meine weitere Karriere haben wird, wird sich zeigen. Unser Jahrgang ist jedenfalls ein gutes Team geworden und aus vielen Individualisten zusammengewachsen. Demgegenüber habe ich in meinem Berufsalltag erstaunlich viele neue Kontakte für meine weitere Karriere gewinnen können, nicht zuletzt auch, weil man jetzt offiziell zur Branche der Erneuerbaren Energien gehört. Nützliche Impulse habe ich sehr viele erhalten. Der wichtigste von allen ist dabei wahrscheinlich, dass ich mit meiner Motivation für Erneuerbare Energien und meinem Engagement für das Studium auf das richtige Pferd gesetzt habe.

Was würden Sie Studieninteressenten für den Masterstudiengang mitgeben wollen – was sollten diese wissen?

Wer von diesem Studiengang erwartet, von Anfang an tief in ein spezielles technisches Teilthema einzusteigen, wird nicht fündig. Konzeptionell geht es darum, einen guten Gesamtüberblick zu erhalten und als Generalist zum Beispiel als Projektleiter oder Geschäftsfeldentwickler tätig zu werden. Wer sich mehr spezialisieren möchte, kann dies im Masterprojekt und später in der Masterarbeit tun. Letztlich hängt es aber stark davon ab, ob man die Chance hat, in seinem Beruf das Erlernte praktisch einzusetzen. Ich bin glücklicherweise seit März 2011 als Projektleiter International bei der Erneuerbare Energien Hamburg Clusteragentur GmbH für die ganze Bandbreite der Erneuerbaren Energien Ansprechpartner. Daher passte für mich inhaltlich alles zusammen, doch das muss jeder selbst herausfinden und sich passende Ziele setzen.

Vielen Dank, Herr Plewa, für das sehr interessante Gespräch und alles Gute für Ihre Zukunft!

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