Masterthesis: Fördermodelle für Offshore-Windparks

Masterthesis_Thiele

Thema: Wirtschaftlichkeit, Risiken und Finanzierung eines Offshore-Windparks im Kontext unterschiedlicher Fördersysteme

Von Sebastian Thiele

Der Umstieg auf erneuerbare Energien ist ökologisch sinnvoll – für die Energieerzeuger jedoch in vielen Fällen teurer als die herkömmliche Energiegewinnung. Darum will die Europäische Union mit finanziellen Fördermodellen die Energiewende beflügeln.

In seiner Masterthesis mit dem Titel „Wirtschaftlichkeit, Risiken und Finanzierung eines Offshore-Windparks im Kontext unterschiedlicher Fördersysteme“ untersucht Sebastian Thiele existierende Fördersysteme für erneuerbare Energien am Beispiel der Offshore-Windkraft in Europa. Dabei fokussiert der Autor die drei Kernmärkte für Offshore-Wind: Deutschland mit dem Einspeisemodell in Form des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, Großbritannien mit seinem aktuell noch gültigen Quotenmodell sowie Dänemark, das Offshore-Windenergie fördert, indem es Projektrechte und Fördersätze öffentlich ausschreibt. Thiele analysiert den Einfluss der unterschiedlichen Fördersysteme auf die Wirtschaftlichkeit, Risikoabdeckung und Finanzierungsmöglichkeiten eines länderspezifisch standardisierten Offshore-Windparks. Anhand eines Kriterienkatalogs zeigt er die Vor- und Nachteile der drei Modelle auf.

Das Ergebnis: Alle drei betrachteten Fördermodelle tragen dazu bei, dass Offshore-Windenergie trotz aktuell hoher Stromentstehungskosten ein profitables Investment ist. Die Risikopositionen im Rahmen der Wirtschaftlichkeitsrechnung ändern sich je nach Fördermodell. So variiert zum Beispiel der anzulegende Kalkulationszins in den jeweiligen Ländern oder die Förderhöhe bzw. die Förderdauer, was die Wirtschaftlichkeit erheblich beeinflussen kann. Der Autor leitet aus seinen Kalkulationen auch Rückschlüsse auf die optimale Förderhöhe ab. Die Sensitivitätsanalyse zeigt, dass Großbritannien und Dänemark die Förderdauer reduzieren könnten und die Projekte weiterhin wirtschaftlich blieben.

Thiele empfiehlt, die Förderdauer nicht willkürlich festzulegen, sondern sich an möglichen Amortisationszeiten eines Offshore-Windparks zu orientieren. Dazu ist es sinnvoll, Fördermodelle grundsätzlich länder- und technologiespezifisch auszugestalten. Ein ideales Modell für alle EU-Länder und Technologien gibt es nicht. Stattdessen sollten Einspeisemodelle, so Thiele, in ihrer aktuellen Entwicklung ausgebaut und vorangetrieben werden. Auktionsmodelle können jedoch insbesondere für Großprojekte interessant sein, um optimale Ergebnisse aus Sicht des Verbrauchers zu erzielen und Förderhöhen wettbewerblich zu ermitteln.

Grafik: Sebastian Thiele

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