Alternative Antriebe für die Landwirtschaft

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Die Energiewende findet auch auf dem Feld statt. Daher lud die Akademie für erneuerbare Energien gemeinsam mit dem Maschinenring Lüchow am 25. Februar zu einer Informationsveranstaltung ein. Unter dem Motto „Alternative Antriebe für Traktoren – eine Zukunftsvision?“ beleuchteten zwei Referenten das Thema und gaben neue Impulse zur Diskussion.

Welche Möglichkeiten bestehen für eine klimaschonende Landwirtschaft? Wie sieht die Zukunft nachhaltiger Feldarbeit aus? Diese Fragen standen im Vordergrund des Informationsabends, der am 25. Februar 2016 in den Räumen der Akademie für erneuerbare Energien in Lüchow stattfand. Mehr als 30 Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, sich zu diesem Thema zu informieren.

Dr. Edgar Remmele vom Technologie- und Förderzentrum TFZ im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe Freising referierte zum Thema „Alternative Energieträger und Antriebskonzepte für die Landwirtschaft“. In seinem Vortrag thematisierte er die Herausforderung der Land- und Forstwirtschaft, ihre Arbeit auf dem Acker und im Wald in Zukunft klimaschonend und regenerativ zu verrichten. Ziel sei es zum einen, den Verbrauch von fossilen Ressourcen zu senken, indem Kraftstoff eingespart, die Effizienz gesteigert oder vermehrt regenerative Energiequellen eingesetzt werden. Außerdem müsse der Ausstoß von Treibhausgasen und damit der Product Carbon Foot Print von Produkten aus der Land- und Forstwirtschaft gesenkt werden. Gleichzeitig gelte es, die Versorgung mit Nahrung und Rohstoffen durch krisensichere Kraftstoffe sicherzustellen. Als weiteres Ziel definierte Remmele, die nationale und regionale Wertschöpfung zu steigern, indem der Selbstversorgungsgrad beim Bereitstellen von Antriebsenergie erhöht wird. Um diese Ziele zu erreichen, sprach sich Remmele für den Einsatz von Biokraftstoffen aus.

Einen Einblick in zukünftige Technologien bot der Vortrag von Diplom Ingenieur Karsten Schleef von der Universität Rostock. Er berichtete von dem Projekt des Lehrstuhls für Kolbenmaschinen und Verbrennungsmotoren der Universität Rostock, einen Gasmotor für Landmaschinen zu entwickeln und zu untersuchen. Das Projekt findet in Kooperation mit der Deutz AG und dem Thünen-Institut für Ökologischen Landbau statt und wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert. Ziel des seit 2012 laufenden Projektes ist es, einen monovalenten Gasmotor zu entwickeln, dessen Brennverfahren die EU Stufe IV > 65 Kilowatt einhalten und so die Methanemission auf 0,5 Gramm pro Kilowattstunde begrenzen kann.

Für die Akademie war es die erste Informationsveranstaltung dieser Art „Wir sehen uns als Impulsgeber für den Bildungsmarkt im Bereich erneuerbare Energien und testen durch derartige Veranstaltungen, ob es einen Weiterbildungsbedarf gibt, den wir dann erfüllen können“, erklärt Joachim Gutmann, Geschäftsführer der Akademie für erneuerbare Energien.

Ein Treffer ins Schwarze: Beide Vortragsthemen stießen bei den Teilnehmern auf reges Interesse. „Ich fand die Informationsveranstaltung sehr lehrreich und gelungen“, lobte ein Teilnehmer. Die Referenten freuten sich über die zahlreichen Rückfragen und engagierten Gesprächsrunden zum Thema, die ihnen wiederum neue Impulse für ihre eigene Arbeit lieferten. Akademie-Geschäftsführer Gutmann ist zufrieden: „Teilnehmerzahl und Diskussion haben gezeigt, dass es hier ein hohes Interesse gibt. Und die Zusammenarbeit mit dem Maschinenring Lüchow war ebenfalls eine wertvolle Erfahrung.“

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