Ausgezeichnete Ideen

2018-09-25 RenewableEnergy (1873)

Um die Energiewende voranzutreiben, braucht es viele clevere Ideen und praxisorientierte Lösungen in der Energieversorgung. Die besten Konzepte des Jahres wurden nun in Hamburg ausgezeichnet. Zum siebten Mal verlieh in diesem Jahr das Branchennetzwerk Cluster Erneuerbare Energien Hamburg (EEHH) den German Renewables Award. Eine achtköpfige Jury prämierte die Siegerarbeiten in fünf Kategorien: „Produktinnovation des Jahres“, „Projekt des Jahres“, „Studentenarbeit des Jahres Windenergie“, „Lebenswerk des Jahres Windenergie“ und einen Journalistenpreis.

Jan Rispens, Geschäftsführer des Clusters EEHH zeigt sich zufrieden: „Uns freut die große Bandbreite und hohe Qualität des Wettbewerbs. Die Firmen und Personen, die hier heute ausgezeichnet werden, haben einerseits große Bedeutung für die Entwicklung und weiteren Ausbau der Windenergie und zeigen andererseits auch, dass es bei der Energiewende mehr und mehr um eine Systembetrachtung geht.“

Gewinner Kategorie „Produktinnovation des Jahres“

Wie Kabel für Übertragungsnetze schnell und wirtschaftlich verlegt werden können, bewies die AGS-Verfahrenstechnik GmbH in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Stade. Bei AGS handelt es sich um ein Verfahren, das mit Wasser gefüllte Leerrohre mit einer aktiven Kühlung kombiniert und auf teure Erdarbeiten verzichtet. Für diese Idee wurde das Konsortium unter Führung der AGS Verfahrenstechnik GmbH mit dem German Renewables Award 2018 in der Kategorie „Produktinnovation des Jahres“ ausgezeichnet.

„Es sehr befriedigend mit der Zusammenführung praxisbewährter, technischer Verfahren und Grundsätze eine Lösung anbieten zu können, die den durch die Energiewende erforderlichen Stromnetzausbau realisierbar macht“, sagt Werner Spiegel, von der AGS-Verfahrenstechnik. „Der praktische Nachweis in Stade wurde erbracht, Gutachten sind geschrieben. Nun liegt es bei den Verantwortlichen, die Verpflichtung einzuhalten, zukünftig innovative Technik spätestens in der Planfeststellungsphase der Projekte zu berücksichtigen.“

Gewinner Kategorie „Projekt des Jahres“

Als „Projekt des Jahres“ wurde ein Konzept des Kupferproduzenten Aurubis AG ausgezeichnet, das die Kupferproduktion so umstellte, das ab Ende 2018 20 Megawatt Abwärmeleistung auskoppelt werden können. Der Projektpartner enercity AG nutzt diese Wärme, um damit die HafenCity Ost zu versorgen. Auf diese Art werden mehr als 20.000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart.

„Schon seit einigen Jahren haben wir an der Idee gearbeitet und auf dem Weg dahin viele technische, wirtschaftliche und auch politische Hürden nehmen müssen“, berichtet Projektleiter Christian Hein von der Aurubis AG. „Die Auszeichnung empfinde ich auch als Anerkennung dafür, dass es sich lohnt, für eine gute Sache beharrlich zu sein.“

Gewinner Kategorie „Studentenarbeit des Jahres Windenergie“

Blind- und Wirkleistung in Windparks ins richtige Verhältnis zu bringen, ist eine der größten Herausforderungen für heutige Windpark- und Netzbetreiber. Die von Preisträgerin Laura Haffner in ihrer Masterarbeit entwickelte Methodik minimiert Leistungsverluste innerhalb des Windparks und bietet eine effektive Blindleistungssteuerung zum Stromnetz. Das bescherte ihr den German Renewables Award in der Rubrik „Studentenarbeit des Jahres Windenergie“. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr Hamburg (HSU) verfasste ihr Programm im Rahmen ihrer Masterarbeit an der Technical University of Denmark. Der Windanlagenhersteller Nordex Group adaptierte es anschließend.

„Ich freue mich sehr, dass meine Masterarbeit mit dem Studentenpreis des German Renewables Award ausgezeichnet wurde“, sagt Laura Haffner von der HSU Hamburg. „In meiner Arbeit optimierte ich die Blindleistungsverteilung innerhalb eines Windparks. Die Auszeichnung zeigt mir, wie wichtig optimierte Steuerungskonzepte sind und motiviert mich für zukünftige Projekte.“

Gewinner Kategorie „Lebenswerk des Jahres Windenergie“

Prof. Dr. Robert Gasch lehrte 25 Jahre an der TU Berlin und baute ab 1986 das Polytechnical Institute in Xian, China, mit auf. Für seine Verdienste erhielt er 2009 den „Friendship Award for Foreign Experts“ von der Volksrepublik China – und nun auch den German Renewables Award für das „Lebenswerk des Jahres Windenergie“.

„Als ich 1980 an der TU-Berlin eine Lehrveranstaltung ‚Windkraftanlagen‘ als Wahlfach anbot, ahnte ich nicht, welchen Ansturm von studentischer Seite ich da auslöste – quer durch alle Fakultäten und Fachbereiche“, erinnert sich Gasch.

Gewinner Journalistenpreis

Wie verabschiedet man sich von der Atomkraft? Dieses Problem steht am Ende der Energiewende und im Zentrum von Marco Heuers Fernsehfilm „Wie geht das? Ein Atomkraftwerk zurückbauen“. Dieser wurde mit dem Journalistenpreis ausgezeichnet.

„Einen Film über den Rückbau eines Atomkraftwerks zu machen, war für mich eine große Herausforderung“, erläutert Heuer vom NDR/Landesfunkhaus Niedersachsen. „Ich hatte Respekt vor dem Projekt. Unmittelbar bei einer Castorbeladung dabei zu sein, das bedeutete auch, sich im Vorfeld intensiv mit dem Thema Strahlung und möglichen Gefahrensituationen vertraut zu machen. Gleiches gilt für das Team. Dem Betreiber Preußen Elektra bin ich dankbar, dass dieser Film möglich wurde. Er hat uns Zugang zu allen relevanten Bereichen gewährt, ohne uns in unserer unabhängigen Berichterstattung zu beschneiden.“

Foto:  EEHH GmbH / Ingo Bölter

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