Biogasbranche schwer enttäuscht

Akademie erneuerbare Energien Master Lüchow-Dannenberg

Bundestag beschließt EEG 2014

Die Biogasbranche ist in eine tiefe Krise gestürzt. Grund ist das am 27. Juni 2014 vom Bundestag beschlossene Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 2014. Hiernach wird es bis auf Weiteres keine Vergütung mehr für Anbaubiomasse und landwirtschaftliche Nebenprodukte geben. Die Folge: Der Neubau von Biogasanlagen kommt mit Ausnahme von Bioabfallanlagen und Güllekleinanlagen faktisch zum Erliegen. Dr. Claudius da Costa Gomez, Hauptgeschäftsführer des Fachverbands Biogas e.V., ist schwer enttäuscht: „Es ist mehr als beklemmend, wie leichtfertig die Bundesregierung zugunsten einer Klientelpolitik und auf Basis einer unehrlichen und falschen Kostendebatte versucht, eine hoch innovative Branche und die für die Energiewende so wichtige Bioenergie vollständig abzuwürgen.“

Die Katastrophe zeichnete sich schon während der Verhandlungen des Kabinettsentwurfs im Frühjahr 2014 ab. Entsprechend groß war das Interesse an der Fachveranstaltung „Der Kabinettsentwurf zum EEG 2014“, die der Fachverband Biogas e.V. gemeinsam mit der Bioenergie-Region Wendland-Elbetal am 12. Mai 2014 in den Räumen der Akademie für erneuerbare Energien durchführte. Mit 60 Teilnehmern war der Andrang so groß wie lange nicht. Egal aus welchem Bereich der Branche die Teilnehmer kamen, ob Anlagenbetreiber, Planer, Finanzierer oder Berater, alle vereinte die Sorge um die Zukunft ihrer Branche.

Dr. Hartwig von Bredow, Rechtsanwalt aus Berlin, erklärte, wie die Bioenergie so stark ins Abseits geraten konnte: „Es herrscht die allgemeine Auffassung, dass Biogas die vermeintlich teuerste Form der regenerativen Energieerzeugung ist.“ Dabei würde aber übersehen, dass Biogas als einzige erneuerbare Energie steuer- und speicherbar sei. „Photovoltaik und Windenergie brauchen vielleicht weniger EEG-Vergütung, verursachen aber enorme Folgekosten beim Netzausbau und der Speicherung“, so von Bredow. Dieser Aspekt würde bei der Diskussion nicht berücksichtigt.

Die Hoffnung, man könne die Dinge im Laufe des Gesetzgebungsverfahrens noch zum Guten wenden, hat sich zum größten Teil nicht erfüllt. „Viele Türen sind vorerst für uns zugegangen“, so da Costa Gomez. Aufgeben will die Biogasbranche deshalb noch lange nicht. Da Costa Gomez ist sich sicher: „Der politische Wind wird sich auch wieder drehen.“ Die Energiewende brauche Bioenergie und jede Legislaturperiode ende nach vier Jahren. Es sei daher wichtig, trotz aller berechtigten Enttäuschung jetzt mehr denn je Flagge zu zeigen. Die Biogasbranche müsse der Politik beweisen, dass sie bereit ist, Verantwortung zu übernehmen und ihre Rolle im Energiesystem voll auszufüllen.

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