Biogasnutzung in Indien

Foto_Biogas in Indien

In Indien fallen jedes Jahr bis zu 650 Millionen Tonnen Biomasse an. Das Marktpotenzial für die Nutzung von erneuerbaren Energien ist groß – was häufig fehlt, ist fachliches Know-how. Und das ist ein deutscher Exportschlager. Um die Biogasnutzung in Indien anzukurbeln, startete der Fachverband Biogas nun eine Partnerschaft mit der Indian Biogas Association.

Erneuerbare Energien sind nicht nur in Deutschland ein wichtiges Thema. Auch andere Länder engagieren sich für den Einsatz regenerativer Energiequellen. Hierfür greifen sie aber oftmals auf Expertise aus Deutschland zurück. Im Dezember 2015 startete der Fachverband Biogas eine Verbandspartnerschaft mit der Indian Biogas Association (IBA). Das Projekt wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziert und über die sequa gGmbH durchgeführt.

Ziel der Partnerschaft ist es, die Rahmenbedingungen für die Biogas-Nutzung in Indien weiter zu verbessern und eine mitgliederbasierte Verbandsstruktur aufzubauen. Als Verband der Biogasbranche soll die IBA die Interessen ihrer Mitglieder beim Bau und Betrieb von Biogasanlagen vertreten, kompetent und aktiv mit der indischen Regierung und den relevanten Stakeholdern kommunizieren und das Thema Biogas in die breite Öffentlichkeit tragen.

Das Potenzial für die Biogas-Nutzung auf dem Subkontinent ist enorm: Laut Berechnungen des indischen Ministeriums für Erneuerbare Energien ließen sich allein durch die in den Zuckermühlen anfallenden biogenen Reststoffe bis zu 5.000 Megawatt Biogas-Leistung generieren. Darüber hinaus fallen jährlich 500 bis 650 Millionen Tonnen Biomasse an, die zusätzliche 18.000 Megawatt elektrische Leistung ermöglichen. Damit könnte Indien rund 20 Prozent seines jährlichen Strombedarfs von knapp 700 Terawattstunden über Biogasanlagen decken.

„Biogas bietet unserem Land eine große Chance – sowohl für die Wirtschaft als auch für den Umweltschutz“, sagt Gaurav Kedia, Geschäftsführer der IBA. „Die Entwicklung in Deutschland ist ein guter Beweis dafür, welches Potenzial Biogas für eine saubere und nachhaltige Energieversorgung hat.“

Bild: Fachverband Biogas e.V.

Ähnliche Nachrichten

  • Mit Praxiswissen Wärmenetze optimierenMit Praxiswissen Wärmenetze optimieren
    Wärmenetze werden nicht schlüsselfertig mit der Biogasanlage geliefert, sondern individuell gebaut. Für die Betreiber von Biogasanlagen eine Herausforderung: Um die Wärmenetze wirtschaftlich zu planen...
  • Erfolgreich im eigenen BetriebErfolgreich im eigenen Betrieb
    Eigentlich plante Mareike Lührs ihren Berufseinstieg bei einer renommierten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Hamburg. Die Finanzkrise im Jahr 2008 lenkte sie jedoch auf einen anderen Weg. Dieser füh...
  • Biogas-Fachkongress für die EnergiewendeBiogas-Fachkongress für die Energiewende
    Der von der Akademie für erneuerbare Energien veranstaltete Biogas-Fachkongress am 28. November 2013 findet in diesem Jahr zum achten Mal statt und stellt sich der Frage Biogas: effizient, wirtschaftl...
  • Wärme aus Biogas – Interview mit Heinz EggersglüßWärme aus Biogas – Interview mit Heinz Eggersglüß
    Die Wärmeerzeugung an Biogasanlagen ist ein komplexes Unterfangen, das sich jedoch für viele Betreiber wirtschaftlich lohnt. Ingenieur Heinz Eggersglüß, Referent der Seminarreihe „Optimierung von Wärm...
  • Masterthesis: Biogasanlagen auf Fördergelder angewiesenMasterthesis: Biogasanlagen auf Fördergelder angewiesen
    Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist ein Instrument, das erneuerbare Energien in den Markt integrieren soll. Im Rahmen des Gesetzes werden auch Biogasanlagen gefördert – zumindest vorerst. Denn l...

UNSERE TRÄGER

UNSERE FÖRDERER