Biomeiler als Baustein der dezentralen Wärmewende

Biomeiler

Die Bundesregierung verfolgt mit dem Aktionsprogramm Klimaschutz 2020 das Ziel, bis zum Jahr 2020 die Treibhausgasemissionen gegenüber 1990 um 40 Prozent zu reduzieren. Eine wichtige Säule dafür ist der Ausbau regenerativer Wärmeversorgung. Die Ziele des Klima- und Ressourcenschutzes werden jedoch nur erreicht, wenn alle verfügbaren Potenziale genutzt werden. Dabei spielt der Ressourcenschutz durch eine klimaschonende und hochwertige Verwertung von biogenen Stoffen eine große Rolle.

Gemeinsam mit dem Deutschen Biomasse-Forschungszentrum in Leipzig und der Ingenieurgemeinschaft IGLux Witzenhausen hat die Akademie für erneuerbare Energien darum einen Förderantrag für das Projekt „Biomeiler reloaded – Kapazitäten für die dezentrale Wärmewende“ beim Bundesumweltministerium gestellt und ist aus 108 Projektskizzen mit 28 anderen Projekten als förderungswürdig ausgewählt worden. Das Projekt soll in den Jahren 2017 – 2019 umgesetzt werden; die Projektsumme liegt bei rund 800.000 Euro. Davon werden maximal 80 Prozent aus Bundesmitteln gefördert. Die verbleibenden 20 Prozent sind aus Dritt- und Eigenmitteln zu erbringen.

Ziel des Vorhabens ist es, Biomeiler in Kommunen oder Landkreisen zur energetischen Nutzung von biogenen Reststoffen für dezentral benötigte Wärmeenergie zu errichten. Biomeiler sind Low-Tech-Einheiten, deren Errichtung und Nutzung nur dezentral sinnvoll ist. Neben fundierten technischen und rechtlichen Grundlagen, die mit bundesweiter Gültigkeit zu erarbeiten sind, bedarf es daher lokal angepasster Nutzungskonzepte und Umsetzungsstrategien.

Aus diesem Grund entwickelt das Vorhaben regionale Kompetenz und Motivation in den Kommunen, damit Biomeiler in ganz Deutschland gebaut werden und ihre Verbreitung einen nennenswerten Beitrag zur Wärmewende und zu den Klimaschutzzielen leistet. Dazu werden Erkenntnisse über den Bau und Betrieb von Biomeilern im ländlichen Raum gesammelt, ausgewertet und in Form eines Leitfadens für den Einsatz in kommunalen Ent- und Versorgungskreisläufen aufbereitet.

Mit dem Projekt werden kommunale Entscheidungsträger in Politik und Verwaltung wie Bürgermeister, Landräte, Fachgebietsleiter, Klimaschutz- und Regionalmanager, Mitarbeiter in Energieagenturen, Mitarbeiter in der Abfallwirtschaft, Vereine und regionale Betriebe, die mit der Beschaffung, Aufarbeitung oder Verwertung der Biomasse im kommunalen Kreislauf befasst sind, als Multiplikatoren in einem Kompetenznetzwerk befähigt, Biomeiler in Kommunen zu initiieren und zu betreiben.

Dieses Netzwerk wird in der Projektlaufzeit implementiert, über eine gemeinsame Internetplattform vernetzt und für eine eigenständige und nachhaltige Arbeit qualifiziert. Die Akademie übernimmt die Projektkoordination, die Durchführung der Bildungsmaßnahmen für Multiplikatoren, den Betrieb der Website, die Erstellung des Leitfadens für Kommunen und die Pressearbeit. Sie wird auch der Auftraggeber für das in Hitzacker angesiedelte Unternehmen „WiesenMeiler“, das den Bau und Betrieb der Biomeiler übernimmt.

Insgesamt sollen 19 Biomeiler in 16 Kommunen/Landkreisen gebaut werden. Die ersten sechs Meiler entstehen Anfang 2017 in den Pilotkommunen im Landkreis Lüchow-Dannenberg, im Landkreis Lüneburg und im Saale-Holzland-Kreis.

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