Brennen für Solarenergie

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Seine Leidenschaft für die erneuerbaren Energien entdeckte Dr. Matthias Strobel während seines Physikstudiums an der Universität Freiburg. Zu dieser Zeit arbeitete er als wissenschaftliche Hilfskraft am Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme. Nach seiner Promotion und einigen Jahren Praxiserfahrung im In- und Ausland arbeitet Strobel heute als Manager bei der Hanwha QCELLS GmbH an allen Themen rund um den Energieertrag von Photovoltaik-Modulen und -Systemen.

Nun konnte die Akademie für erneuerbare Energien den erfahrenen Energie-Experten als Dozenten gewinnen. Seit Herbst 2015 unterrichtet Strobel die Masterstudierenden im Fach Solarenergieanlagen/Photovoltaik. Im Interview erklärt er, was ihn an den erneuerbaren Energien fasziniert und welche Erkenntnisse er den Studierenden unbedingt mit auf den Weg geben möchte.

Herr Dr. Strobel, welche Themenschwerpunkte vermitteln Sie den Studierenden in Ihrem Kurs?

Thematisch geht es in meinem Kurs um eine fundierte, umfassende Einführung in die Photovoltaik. Das fängt bei den Kernfusionsprozessen der Sonne an, geht über die Berechnung der für uns nutzbaren Einstrahlung für Photovoltaik-Anwendungen bis hin zur Fertigung und Funktionsweise von Solarzellen, Solarmodulen und anderer zum Betrieb von Photovoltaik-Anlagen notwendiger Komponenten. Auch die Auslegung und der Betrieb von Photovoltaik-Kraftwerken sowie deren Ertragsvorhersage sind wichtiger Bestandteil des Kurses. Ich versuche hier die technischen Grundlagen zu vermitteln und gleichzeitig einen motivierenden Ausblick auf die globale solare Zukunft zu geben.

Was fasziniert Sie am Themenbereich der erneuerbaren Energien?

Zum einen fasziniert mich die Möglichkeit, mit Hilfe der erneuerbaren Energien dem Klimawandel zu begegnen. Das ist eine der dringendsten und bedrohlichsten Herausforderungen der Geschichte. Und ich wirke an Lösungen mit, die ihn verhindern helfen. Dass dies möglich ist, zeigt übrigens Deutschland – hier wird bereits ein Drittel des Bruttostromverbrauchs aus erneuerbaren Energiequellen erzeugt.

Der Lehrauftrag an der Akademie bietet mir die Gelegenheit, meine Begeisterung für die erneuerbaren Energien und insbesondere für die Photovoltaik mit anderen Menschen zu teilen.

Wie beurteilen Sie den interdisziplinären Ansatz des Masterstudiengangs an der Akademie, also das gemeinsame Studieren von Ingenieuren und Wirtschaftswissenschaftlern?

Ich finde einen interdisziplinären Austausch extrem wichtig und kann aus Erfahrung sagen, dass nur im Dialog beider Wissensfelder die besten Ideen entstehen. Unabhängig vom akademischen Hintergrund finde ich es jedoch sehr wichtig, die technischen Grundlagen der erneuerbaren Energien zu verstehen. Erst sie ermöglichen konstruktive Diskussionen.

Die Novelle des EEG führt zu einer starken Verunsicherung der Erneuerbaren-Energien-Branche. Wie schätzen Sie die Zukunft der Energiewende in Deutschland ein?

Das ist ja fast eine rhetorische Frage. Ich würde mir natürlich wünschen, dass weniger politische Scheindebatten etwa über Stromtrassen oder Endkundenstrompreis geführt würden und stattdessen mehr ernstgemeinte Maßnahmen zum Erreichen unserer klimapolitischen Ziele umgesetzt würden.

Am Beispiel der Photovoltaik zeigt sich leider in Deutschland ein trauriges Bild: jährlich sinkende, statt steigende Ausbauzahlen. Während 2012 noch rund 7,6 Gigawatt-peak Photovoltaik pro Jahr installiert wurden, waren es 2015 nur noch 1,46 Gigawatt-peak, also nur rund ein Fünftel davon. Das liegt auch daran, dass seit 2012 die Photovoltaik-Zuschüsse doppelt so schnell sinken wie die Preise und damit weniger Investitionen stattfinden. Ich bin davon überzeugt, dass sich hier sehr bald etwas gewaltig ändern muss, da sonst weder unsere Industrie konkurrenzfähig bleibt noch die Klimaziele erreicht werden können.

Warum lohnt es sich Ihrer Meinung nach, ein Studium im Bereich der erneuerbaren Energien aufzunehmen?

Das Studium lohnt sich auf jeden Fall – es stattet jeden Studierenden mit dem notwendigen Rüstzeug aus, das für die Arbeit in der Erneuerbaren-Energien-Branche benötigt wird. Es hilft, umzudenken und ermöglicht später einen Job in einer jungen und mehr als zukunftsträchtigen Branche. Hier arbeitet man zusammen mit vielen hoch motivierten und kreativen Menschen an Antworten auf die Herausforderungen des Klimawandels. Diese Antworten ermöglichen ein nachhaltiges Leben auf diesem Planeten für uns und nachfolgende Generationen.

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