Die Zukunft der Biogasbranche

© Rainer Erhard

9. Biogas-Fachkongress in Hitzacker

„Der Mensch wächst mit seinen Aufgaben“ sagte Maria Schaaf, Kreisbaurätin des Landkreises Lüchow-Dannenberg, gleich zu Beginn des Biogasfach-Kongresses in Hitzacker. „Unsere gemeinsame Aufgabe ist es, Aufmerksamkeit für die Energie aus Biogas zu schaffen.“ 170 Teilnehmer des 9. Biogas-Fachkongresses informierten und diskutierten am 27. November 2014 unter dem Motto „Bewährtes optimieren – Alternativen nutzen“.

Schon vor der Begrüßung durch Moderatorin Martina Wojahn konnten bei Kaffee und Brezel alte Bekanntschaften gepflegt und neue geschlossen werden. Auch an den Ständen der Aussteller wurden erste Gespräche geführt. Eine Neuerung, die gerne von den Teilnehmern genutzt wurde. „Wir versuchen jedes Jahr, den Kongress zu optimieren und greifen daher auf das Feedback unserer Teilnehmer zurück“, erklärt Dagmar Hildebrand, Seminarleitung der Akademie für erneuerbare Energien. Organisiert wird der Kongress seit 2009 von der Akademie für erneuerbare Energien Lüchow-Dannenberg GmbH in Kooperation mit der Bioenergieregion Wendland-Elbetal und der Wendland Elbetal Region Aktiv.

Horst Seide, Präsident des Fachverbandes Biogas e.V., gab mit seinem Vortrag „Das neue EEG- Quo vadis Biogas?“ den Startschuss für eine Reihe an Vorträgen verschiedener Experten. „Wir haben zu viel Strom“, stellte er gleich zu Beginn fest. Durch ein Überangebot an Strom wird dieser günstiger, Geld mit der eigenen Biogasanlage zu verdienen wird dadurch immer schwieriger. Biogas wird dabei zu unrecht zu Gunsten anderer Stromerzeuger vernachlässigt. Dr. Gerd Höhler vom Landwirtschaftsministerium Niedersachsen ergänzte dies in seinem Vortrag: Eine Möglichkeit zum Wachstum der Branche gibt es derzeit nicht, politische Rahmenbedingungen schränken die Entwicklungen in diesem Bereich ein. „Dabei ist die Sicherheit der Stromversorgung durch Biogasanlagen gegeben. Wenn zehn von insgesamt 8.000 Biogasanlagen in Deutschland ausfallen ist das nicht so problematisch, als wenn ein Atomkraftwerk ausfällt.“

Die derzeitigen Probleme der Branche wurden auch in den Fachforen thematisiert und mögliche Wege zur Wirtschaftlichkeit wurden erläutert. Nach dem gemeinsamen Start hatten die Teilnehmer daher die Möglichkeit, je nach Interesse die Vorträge in den drei Fachforen „Optimierung und Technik“, „Vermarktung“ und „Energiepflanzenanbau und Ressourcenschutz“ zu besuchen. Letzteres bot durch den Vortrag von Dr. Werner von der Ohe vom Institut für Bienenkunden zum ersten Mal in der Geschichte des Kongresses einen Blick auf die nützlichen Tiere. Im Fachforum „Vermarktung“ startete Sonja Kay vom Instutut für ZukunfsEnergieSysteme mit ihrem Vortrag zum Thema „Biogas im Strommarkt der Zukunft – Beitrag der Bioenergie zur Energiewende“. Anschließend bekamen die Teilnehmer in zwei weiteren Vorträgen viele praktische Tipps aus der Praxis zu den Themen bedarfsorientierte Stromerzeugung, Direktstromvermarktung und Bereitstellung von Regelenergie. Technisches Knowhow und Anregungen zur Optimierung der eigenen Biogasanlagen bot das Fachforum „Optimierung und Technik“.

Zum Abschluss des informationsreichen Tages blickten Dr. Felix Chr. Matthes vom Öko-Institut in Berlin und Horst Seide bei einem gemeinsamen Schlagabtausch noch einmal in die Zukunft der Bioenergie. In einem waren sich der Großteil der Kongress-Teilnehmer einig: Das ihre gemeinsame Aufgabe, Aufmerksamkeit für die Biogas Energie zu schaffen, wohl keine leichte, aber eine sich lohnende Herausforderung ist.

Fotos: Rainer Erhard
Für Kongressteilnehmer stehen die Vorträge der Referenten hier zum Download bereit.

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