Energiewende erfordert fachkompetentes Know-how

2. Studienjahrgang der Akademie für Erneuerbare Energien Lüchwo-Dannenberg GmbH

Kolloquien vom 8. September 2012

Am Samstag, den 8. September 2012, wurden in der Akademie für Erneuerbare Energien Lüchow-Dannenberg drei Masterprojekte des 2. Masterstudiengangs Erneuerbare Energien (M.Sc.) öffentlich vorgestellt. Die etwa sechsmonatige Projektarbeit ist, wie auch die daran anschließende Masterthese, ein wesentlicher Bestandteil dieses berufsbegleitenden Studiums. Vor einem interessierten Fachpublikum präsentierten die Studierenden ihre Ergebnisse im Rahmen dreier Kolloquien. Till Fischbach, Betriebswirt aus Lüneburg, und Jan Schäfer, Energieberater aus Fischbachtal im Odenwald, stellten sich in ihrer Arbeit die Frage, ob alte Steinbrüche als mögliche Standorte für kleine Pumpspeicherkraftwerke genutzt werden können. Für die Betrachtung und Ermittlung der Wirtschaftlichkeit wählten sie einen alten Steinbruch mit einem See in der Nähe von Fischbachtal. Bei der Wirtschaftlichkeitsberechnung und Kalkulation dieses Szenarios wurden alle notwendigen Faktoren wie zum Beispiel Baukosten, Verlust und Wirkungsgrad des Pumpspeicherkraftwerks mit unterschiedlichen Turbinenarten, Netzausbau und Speicherkapazität, aber auch Umweltkriterien, wie topografische Eignung, Geologie, Wasserangebot, sowie verschiedene Stromhandelskriterien (Spotmarkt- oder Dienstleistungsorientiert) berücksichtigt. Ihr Fazit: Der Bedarf an Energiespeicherkapazitäten wird unbestritten zunehmen; kleine Pumpspeicherkraftwerke werden dabei aber wohl eher eine untergeordnete Rolle spielen.

Im zweiten Masterprojekt analysierten Hannes Brucker und Bernd Wittlinger das Szenario, inwieweit „Energiespeicher für Windparks“ die Versorgungssicherheit durch Regelenergie, mit Bezug auf die erforderliche Residuallast 2020, gewährleisten können. Bei ihren Berechnungen zu möglichen Speicherkapazitäten haben die beiden Studenten aus Baden-Württemberg sowohl elektrische als auch mechanische und elektrochemische Speichertechnologien berücksichtigt, bilanziert und zusätzlich in den Kontext zu weiteren Regelenergie-Quellen gesetzt.

Das dritte Masterprojekt wurde von Hannes Burger aus Österreich und Wolfgang Hollmann aus Düsseldorf vorgestellt. Im Rahmen ihres Projektes „Untersuchung und Optimierung von Warmwasseraufbereitungssystemen hinsichtlich ihrer Energieeffizienz und optimal wirtschaftlichen Einsatz von solarthermischen Anlagen im Wohnungsbau“ konnten die beiden Studierenden auch die Ergebnisse eines in Österreich abgeschlossenen Projektes zu diesem Thema in ihre Untersuchungen mit einbeziehen und ihre Ergebnisse wiederum den österreichischen Fachkollegen zur Verfügung stellen.

Der Atomausstieg ist beschlossen. Die Versorgungssicherheit ist und bleibt aber höchste Priorität für einen Industriestandort wie Deutschland. Gerade deswegen sind Innovationen, Kreativität und Fachkompetenz in Bezug auf die stetige Effizienzsteigerung der Produktion erneuerbarer Energien, die Neustrukturierung der Netze, die Beherrschbarkeit der Energiekosten, sowie auf das Netz- und Lastmanagement und auf eine sinnvolle Kraft-Wärme-Kopplung, gefordert. Daneben müssen auch den Anforderungen zum Erhalt der biologischen Vielfalt und dem Klimaschutz gerecht werden.

Bereits im Jahr 2008 hat die Wirtschaftsförderung des Landkreises Lüchow-Dannenberg zukunftsorientiert die Akademie für Erneuerbare Energien gegründet. Seit 2009 wird zusammen mit der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW) das berufsbegleitende, 4,5 semestrige Masterstudium Erneuerbare Energien (Master of Science) exklusiv in der Akademie in Lüchow-Dannenberg angeboten. Der Anspruch beider Institutionen, den Studiengang wissenschaftlich auf höchstem Niveau und so praxisorientiert wie möglich zu gestalten, spiegelt sich jedes Jahr in der großen Nachfrage wider. Im Oktober 2012 startete bereits der vierte Studiengang für den Master Erneuerbare Energien (M.Sc.).

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