Bildung als zentrale Aufgabe

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Herr Dr. Glaser, was ist wofür steht SMART REGION?

Das Projekt Smart Region steht zunächst für einen Suchprozess nach Themen- und Handlungsfeldern, die eine intelligente Vernetzung der Landkreise – mit Blick auf eine zukunftsorientiere Wirtschafts- und Beschäftigungsentwicklung – ermöglichen. Denn genau diese Handlungsfelder, die die Zukunft der Region bewegen werden, erfüllen die Anforderungen der EU-Strukturförderung 2014-2020 in Niedersachsen. Gemeinsam mit den Landkreisen Harburg, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg, Stade, Uelzen sowie der Hansestadt Lüneburg verfolgt die Süderelbe AG damit das Ziel, sich gemeinsam für die neue Förderperiode aufzustellen und gemeinsame Lösungsansätze zur Überwindung regionaler Strukturprobleme zu finden. Wir werden somit einen Landkreis-übergreifenden Masterplan entwickeln, der die gemeinsamen Zielvorstellungen für die Entwicklung der Smart Region bis 2020 beinhaltet. Umgesetzt werden diese Ziele durch maßgeschneiderte Förderprojekte, die wir nächstes Jahr in das Rennen um die EU-Fördermittel schicken werden.

Eines der von Ihnen definierten Kompetenzfelder ist die Energiewirtschaft. Warum ist dieses Thema für die Region so wichtig?

Die Energiewirtschaft ist ein zentraler Baustein für die „intelligente“ und nachhaltige Entwicklung von Regionen – denn genau das umfasst der Begriff „smart region“. Wie wollen wir unsere Energieversorgung zukünftig organisieren? Wie setzen wir die Energiewende auch in unseren Landkreisen um? Speziell in der Energiewirtschaft gibt es in hier viele innovative Unternehmen und eine starke Bewegung in Richtung erneuerbarer Energien. Hier müssen wir das Rad nicht neu erfinden, aber es gilt lokale Potenziale zu bündeln und durch sinnvolle technologische und soziale Entwicklungsprojekte zu ergänzen. Hierbei binden wir die Unternehmen der Region von Anfang an ein, um deren Erwartungen angemessen aufzunehmen.

SMART REGION unterstützt die Vernetzung und Entwicklung von Leitprojekten in der Energiewirtschaft. Wie gehen Sie dabei vor?

Smart Region ist als breiter Beteiligungsprozess angelegt. Durch regionale Workshops mit Unternehmen, Wissenschaftlern sowie gesellschaftlichen und politischen Akteuren in den fünf beteiligten Landkreisen und der Hansestadt Lüneburg fangen wir die akuten Probleme und Herausforderungen der Branchen ein. In insgesamt fünf sogenannten Kompetenzfeldern – neben der Energiewirtschaft beschäftigen wir uns auch mit der Digital- und Kreativwirtschaft, der Produktionswirtschaft, der Land- und Ernährungswirtschaft sowie der Sozial- und Gesundheitswirtschaft – haben wir insgesamt neun Workshops durchgeführt. In den beiden Workshops zum Thema Energiewirtschaft haben wir mit insgesamt fast 60 Teilnehmern erst die Leitthemen der Branche erfasst, und uns dann gemeinsam auf die Suche nach konkreten, umsetzbaren Projekten begeben. Wir freuen uns, dass wir für diesen Suchprozess Vertreter der regionalen Stadtwerke, Energieberater, Wissenschaftler der Leuphana-Universität, die Akademie für erneuerbare Energien und viele innovativekleine und mittlere Unternehmen aus dem Bereich der Energiewirtschaft gewinnen konnten.

Was sind aktuelle und zukünftige Themen der Energiewirtschaft in der Region?

Das Themenspektrum in den Landkreisen ist breit gefächert. Im Mittelpunkt steht neben den Kernfragen der Energieerzeugung und Energienutzung, vor allem die Energieeffizienz. Hier geht es um die Balance zwischen Ökologie und Ökonomie sowie um Fragen der Nachhaltigkeit. Wir verfolgen eine gemeinsame Vision für eine „grüne“ Smart Region. Das betrifft sowohl die Einzelhaushalte wie auch die Unternehmen, die in den Landkreisen angesiedelt sind.

Welche Bedeutung hat dabei die Aus- und Weiterbildung?

Das Thema Aus- und Weiterbildung ist eine ganz zentrale Aufgabe für die nachhaltige und effiziente Energiepolitik in den Landkreisen. Mit dem hohen Tempo der technologischen Weiterentwicklung in der Energiewirtschaft – sei es durch neue Anwendungsgebiete für erneuerbare Energien oder der Digitalisierung der Energieerzeugung und -nutzung – müssen Aus- und Weiterbildungskonzepte stetig angepasst und aktualisiert werden. Hier sind zielgruppengenaue und flexible Angebote gefragt. Mit der Akademie für Erneuerbare Energien verfügt die Region bereits über einen „Ausbildungs-Leuchtturm“, dennoch sehen wir in der Vernetzung und Weiterentwicklung bestehender Ausbildungen noch angehobene Potentiale.

Gibt es hier schon konkrete Projektideen oder -vorschläge?

Mit Abschluss der regionalen Workshops beginnt für uns nun die konkrete Entwicklungsphase für die regionalen Leitprojekte – das umfasst die Schärfung der Projekte im Hinblick auf Arbeitspakete, mögliche Projektpartner und den Mehrwert, den die Projekte für die Smart Region v.a. aber für die Unternehmen in der Region generieren. Hierfür führen wir gemeinsam mit unseren Dienstleistern der CIMA GmbH und der Prognos AG weitere Expertengespräche mit wichtigen Akteuren in der Region. Hinweise, denen wir nachgehen, liegen im Einsatz von Smart Metering oder in innovativen Anwendungen zur Steigerung der Energieeffizienz. Die Leitprojekte, die sich dann als tragfähig erweisen, stellen wir am 3. März im Rahmen unseres „Marktplatz der Innovationen“ der breiten Öffentlichkeit vor. Wir freuen uns dann auf einen regen Austausch zu den Leitprojekten der Energiewirtschaft.

Foto: Süderelbe AG

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