Erneuerbare Energien im Bundesländervergleich

Bundesländervergleichstudie 2014: Gesamtranking

Wenn es um das Thema erneuerbare Energien geht, liegen die Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg und Mecklenburg-Vorpommern ganz vorn. Das ist das Ergebnis der Studie „Bundesländervergleich Erneuerbare Energien 2014“, die das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) in Kooperation mit dem Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) herausgegeben hat. „In Bayern ist der Ausbau erneuerbarer Energien insgesamt am weitesten fortgeschritten, obwohl die Windenergie dort noch relativ wenig genutzt wird“, sagt Jochen Diekmann, stellvertretender Leiter der Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt am DIW Berlin und Koordinator der Studie. „Baden-Württemberg zeichnet sich durch vorbildliche energiepolitische Rahmenbedingungen für den Ausbau erneuerbarer Energien aus, während Mecklenburg-Vorpommern die größten technologie- und wirtschaftspolitischen Erfolge verbuchen kann.“ Das Schlusslicht der Rangfolge bilden die Bundesländer Berlin, Nordrhein-Westfalen und das Saarland.

Für den Bundesländervergleich zogen die Forscher insgesamt 60 Indikatoren aus vier Kategorien heran. Diese messen die politischen Anstrengungen und Erfolge im Hinblick auf die Nutzung erneuerbarer Energien sowie den technologischen und wirtschaftlichen Strukturwandel. Neben amtlichen Statistiken und Verbandsdaten stützt sich die Analyse auch auf Befragungen von Länderministerien und Fachverbänden. Die Rangfolge der Länder in den einzelnen Kategorien ist sehr unterschiedlich. So besetzt Bayern zwar in der Kategorie der Erfolge die Spitzenposition; wenn es jedoch darum geht, erneuerbare Energien zu nutzen, liegt der Freistaat lediglich im Mittelfeld. Dies liegt unter anderem an restriktiven Abstandsregeln für Windkraftanlagen. „Auch Bundesländer, die weit vorne im Ranking gelandet sind, dürfen in ihren Anstrengungen nicht nachlassen“, bekräftigt AEE-Geschäftsführer Philipp Vohrer, der die Studie in Auftrag gegeben hat. „In allen Regionen Deutschlands bestehen noch große Potenziale zur verstärkten Nutzung erneuerbarer Energien. Das gilt für sämtliche Technologien, sei es Wind, Sonne oder Biomasse.“

Der Bundesländervergleich Erneuerbare Energien wurde im Jahr 2014 bereits zum vierten Mal erstellt. Die führenden drei Bundesländer sowie das Bundesland Thüringen konnten ihre Platzierungen in der Gesamtwertung gegenüber der letzten Erhebung im Jahr 2012 verbessern. Brandenburg und Schleswig-Holstein hingegen sind gegenüber dem Bundesländervergleich aus dem Jahr 2012 zurückgefallen. Unter den Schlusslichtern konnten Hessen und Hamburg aufsteigen, während Nordrhein-Westfalen und das Saarland abgestiegen sind. „Gerade bei diesen Ländern ist jedoch eine differenzierte Betrachtung nötig“, erläutert Vohrer. „Über dem Gesamtranking sollte nicht vergessen werden: Bei vielen der insgesamt 60 Einzelindikatoren der Studie sind auch einzelne Länder, die im Schnitt nicht ganz so weit vorne abschneiden, durchaus führend.“

Grafik: Agentur für Erneuerbare Energien e.V.

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