Erneuerbare Energieprojekte der Bundesländer

Titel_FE-Report_2015

Die Energiewende ist zwar ein bundesweites Projekt, muss jedoch vor Ort umgesetzt werden. Als entscheidende Vermittlungsstelle dienen die Bundesländer: Sie müssen nicht nur die bundespolitischen Beschlüsse in einen dezentralen Ausbau erneuerbarer Energien umsetzen, sondern können auch durch eigene energiepolitische Ziel- und Rahmensetzungen den Umbau des Energieversorgungssystems enorm befördern oder bremsen. Welche Strategien und Schwerpunkte die einzelnen Bundesländer hierbei verfolgen, porträtiert der Jahresreport „Bundesländer mit neuer Energie – Jahresreport Föderal Erneuerbar 2014/15“ der Agentur für erneuerbare Energien.

Die Publikation bietet auf mehr als 200 Seiten viele Daten, Statistiken und Grafiken zur Energiewende in den Bundesländern. In Interviews mit den für erneuerbare Energien zuständigen Ministerinnen und Ministern wird deutlich, wo noch Diskussions- und Harmonisierungspotenziale stecken. Dr. Robert Habeck (GRÜNE), Energiewendeminister des Landes Schleswig-Holstein, will beispielsweise bis 2025 „dreimal mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugen, als hier im Land verbraucht wird.“ So sollen der Atomausstieg aufgefangen und auch andere Länder mit grünem Strom versorgt werden. Ilse Aigner (CSU), Energieministerin des Freistaats Bayern, will dagegen keiner neuen Stromleitung zustimmen, die „nicht für die Versorgung Bayerns, sondern zum Export von überschüssigem Windstrom gedacht ist“. Auch hinsichtlich der konventionellen Energieträger, die die erneuerbaren ergänzen, gibt es durchaus unterschiedliche Perspektiven: Albrecht Gerber (SPD), Energieminister in Brandenburg, meint etwa, dass „wir die Braunkohle noch für einen längeren Zeitraum brauchen werden“, während Johannes Remmel (GRÜNE), Klimaschutzminister in Nordrhein-Westfalen, für eine beherzte Verkleinerung alter und klimaschädlicher Kapazitäten wirbt.

„Gleichgültig, welche politische Farbenkombination die jeweilige Regierungskoalition hat – bei den prinzipiellen Zielen der Energiewende, nämlich Ausbau erneuerbarer Energien und Klimaschutz, sind sich alle Landesregierungen einig“, betont Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien. „Allerdings gibt es trotz der gemeinsamen Oberziele deutliche Unterschiede bei den konkreten Zielsetzungen und Schwerpunkten der jeweiligen Landesenergiepolitik. Mit unserem Projekt Föderal Erneuerbar, dem dazugehörigen Internetportal sowie dem Jahresreport versuchen wir, die föderale Energiewende transparent zu machen.“

Die Publikation „Bundesländer mit neuer Energie – Jahresreport Föderal Erneuerbar 2014/15“ mit Interviews, Daten und Infografiken sowie weiteren einordnenden Texten gibt es kostenlos hier zu bestellen.

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