Exkursion zur Windanlage von S+S-Energietechnik GmbH in Steine

Windanlage in Steine

Unter dem Windrad in Steine stehen etliche Pkw. Die Nummernschilder verraten, dass sie aus allen Teilen Deutschlands ins Wendland gekommen sind. Die Studierenden des Masters für Erneuerbare Energien stehen entspannt dazwischen, einige haben ihr Frühstück mitgebracht. Sie warten auf Andreas Schütte von der S+S Energietechnik GmbH, der ihnen die Anlage zeigen wird und auf ihren Dozenten, Professor Joachim Koeppen. Nach dem Besuch einer Biogasanlage ist dies ihre zweite Exkursion im Rahmen des Studiums. Eine gute Chance, in die Realität hinein zu schnuppern.

Der Masterstudiengang Erneuerbare Energien wird seit 2009 von der Akademie für erneuerbare Energien in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg angeboten. Es ist ein Online-Studium mit Praxisblöcken vor Ort und dauert viereinhalb Semester. Exkursionen wie die zum Windrad in Steine gehören zum festen Bestandteil des Studiums, das praxis- und anwendungsnah ausgerichtet ist. Möglich wird dies nur durch die ausgesprochen gute Zusammenarbeit mit den Betreibern von solchen Einrichtungen im Wendland. „Die Leute hier sind sehr engagiert und geben ihr Wissen auch gern an unsere Studierenden weiter“, sagt die Studienleiterin Anja Heinemann. „Dass das in dieser Form geschieht, ist aber keineswegs selbstverständlich.“

Andreas Schütte, Geschäftsführer,  S+S Energietechnik GmbH in SteineDie 27 Studierende des dritten Jahrganges sind durchschnittlich zwischen 30 und 50 Jahre alt und sind teils in Leitungs- und Führungspositionen, teils Quereinsteiger. Sie wollen einen Abschluss, der ihre Karrierechancen erhöht oder ihnen neue Aufgabenfelder eröffnet. So wie etwa Jürgen Engel (46) aus Lüneburg. Der diplomierte Maschinenbauer arbeitete bislang im Schiffbau. „Der Schiffbau wird nie aus der Krise herauskommen“, sagt er frei heraus. „Außerdem gibt es einem zu denken, was da bei Luxusyachten an Geld verschwendet wird, wenn anderswo die kleinsten Beträge für sinnvolle Dinge fehlen.“ Das Thema Nachhaltigkeit ist nicht neu für ihn: er befasst sich schon länger mit der Frage der Selbstversorgung. Sein berufliches Ziel nach dem Master sieht er in Wind oder Biogas. „Das Studium ist kein Zuckerschlecken, man muss wirklich gut organisiert sein, aber es lohnt sich.“

Für eine 46 jährige Studierende aus dem Rhein-Main-Gebiet ist der Master die Grundlage für ihre berufliche Zukunft. Sie hat 20 Jahre in der Chemiebranche gearbeitet, bis ihre Stelle wegrationalisiert wurde. Die Themen Nachhaltigkeit, Umwelt und Energie hatten sie schon immer interessiert. „Die Energiewende hat letztlich bei mir den Ausschlag für das Studium gegeben“, sagt sie. Ihre berufliche Zukunft sieht sie in Beratung und Koordination.

Bereits 1996 gründeten Gerhard Schulz und Andreas Schütte die S+S Energietechnik GmbH, und das mit dem klaren Ziel, zur Verbreitung der wirtschaftlichen Nutzung erneuerbarer Energien beizutragen. Leistungsschwerpunkte des Unternehmens sind die Planung, Errichtung und Betreuung von Solar- und Windkraftanlagen. Seinen ganz persönlichen Beitrag zur Verbreitung erneuerbarer Energien lieferte Andreas Schütte am Sonnabendmorgen, indem er den Masterstudenten einen Einblick in das Spektrum der Windkraftnutzung gab.

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