Gebündelte Messkonzepte – Chance und Risiko für Energieanbieter

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Intelligente Messtechnik als Basistechnologie spielt eine wichtige Rolle beim Umbau des Versorgungssystems hin zu einer effizienten, erneuerbaren Energieversorgung. Die Energieversoger sind dazu angehalten, spartenübergreifende Messkonzepte anzubieten. Insbesondere Bündelangebote stehen im Fokus. Philipp Glage untersucht in seiner Masterthesis, ob sich diese gebündelten Messkonzepte für die Anbieter lohnen. Sein Ergebnis: Obwohl die Bündelangebote große Chancen für die Energieversorger bieten, funktionieren sie nicht ohne Weiteres kostendeckend.

Eine vollständige Versorgung Deutschlands mit erneuerbaren Energien bei einer Balance zwischen Erzeugung und Verbrauch ist derzeit noch eine Zukunftsvision. Um das Energieversorgungssystem erfolgreich umzubauen, spielt intelligente Messtechnik als Basistechnologie eine wichtige Rolle. Fernkommunizierende digitale Standardmessgeräte ermöglichen eine einfache Übertragung von Ablesewerten an die beteiligten Akteure im Energiemarkt.

Ein flächendeckender Umstieg auf moderne Messsysteme gilt als Grundvoraussetzung, um langfristig eine sichere und vereinheitlichte Verständigung in den Energienetzen zu erreichen. Aus diesem Grund schreibt die Bundesregierung das Ziel aus, die 50 Millionen Messeinrichtungen in Deutschland bis zum Jahr 2032 vollständig mit moderner Messtechnik auszustatten. Die bereits heute im Rahmen von mehrspartigen Messkonzepten durchführbaren Bündelangebote profitieren zukünftig erheblich vom neuen Digitalisierungsgesetz. Energieversorger sind dazu angehalten, derartige Bündelangebote für ihre Kunden zu entwickeln.

Bündelangebote auf dem Prüfstand

In seiner Masterthesis mit dem Titel „Bündelkonzepte für einen mehrspartigen Messstellenbetrieb nach MsbG 2016. Eine polymethodische Untersuchung über rechtliche Einordnung, Potenziale und Wirtschaftlichkeit für einen Energieversorger“ untersucht Philipp Glage, wie sich gebündelte Messkonzepte auswirken. Dazu analysiert er, welche Handlungsmöglichkeiten für einen wettbewerblichen Messstellenbetrieb bestehen, der neue Einsatzfelder im Bereich der Messdienstleistungen sowie innovative neue Produkte anbietet, die über das reine Messwesen hinausgehen. Im Fokus dieser Untersuchung stehen die Potenziale im Ortsgebiet Magdeburg und frühzeitige Kooperationsmöglichkeiten mit der ortsansässigen Wohnungsbaugesellschaft.

Glage kommt zu dem Ergebnis, dass spartenübergreifende Messkonzepte für Regionalversorger mittelfristig neue Marktchancen sowohl im Bereich des Messwesens als auch für innovative Mehrwertdienstleistungen in Verknüpfung mit Vertriebsprodukten bieten. Die größten Chancen ergeben sich für gebündelte Messkonzepte in Bezug auf die Integration der Submetering-Dienstleistungen, also die verbrauchsabhängige Erfassung und Abrechnung von Heiz- und Wasserkosten in Gebäuden. Die Wirtschaftlichkeitsberechnungen zeigen allerdings auch, dass gebündelte Messkonzepte nicht ohne Weiteres kostenneutral gegenüber separaten Messkonzepten umsetzbar sind: Die durch verbesserte Prozessabläufe reduzierten Kosten können nicht die Kostensteigerung ausgleichen, die durch die Anbindung weiterer Sparten an das Smart Meter Gateway, die zentrale Kommunikationseinheit im Stromzähler, anfällt.

Bild: Glage

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