Keine Abwrackprämie für Biogasanlagen

Akademie erneuerbare Energien Master Lüchow

EEG-Tour des Fachverbands Biogas e.V.

Am 8. Juli 2014 fand bereits die zweite von insgesamt sechs Veranstaltungen der „EEG-Tour 2014“ des Fachverbands Biogas e.V. in Verden (Aller) statt. Ziel der Tour ist es, die Branchenmitglieder an verschiedenen Orten in ganz Deutschland über das neue Gesetz zu informieren und ihnen Empfehlungen zu geben, wie sie mit zukünftigen Einschränkungen umgehen können.

„Wir haben einiges erreicht, aber nicht so viel, wie wir wollten“, resümiert Horst Seide, Präsident des Fachverbands im Hinblick auf die letzten Monate des Gesetzgebungsverfahrens. Es sei mit harten Bandagen gekämpft worden. Dass sie neben den Niederlagen auch wichtige Erfolge vor allem für Bestandsanlagen erzielen konnten, sei nicht zuletzt der Basis zu verdanken. Seide bedankte sich bei allen Mitgliedern, die in Gesprächen mit ihren Abgeordneten die Arbeit des Fachverbands unterstützt haben. „Es ist nicht zu unterschätzen, wie wichtig die Gespräche in den Regionen sind. Das merken wir in Berlin sofort!“

Mit Blick auf die Zukunft zeigte sich Dr. Claudius da Costa Gomez, Hauptgeschäftsführer des Fachverbands Biogas, verhalten optimistisch. Anders als der Referentenentwurf sieht das verabschiedete EEG 2014 keine „Abwrackprämie“ für Biogasanlagen vor, sondern fördert auch weiterhin die positive Flexibilisierung. „Das ist wichtig für zukünftige Verhandlungen“, so da Costa Gomez. Die Abwrackprämie wäre ein verheerendes Signal für die gesamte Branche gewesen, selbst wenn einzelne Anlagen von der Regelung profitiert hätten. Durch die Flexibilisierung aber würde Biogas eine immer wichtigere Rolle am Strommarkt und damit für die Energiewende als Ganzes spielen.

Welche Änderungen das EEG 2014 im Einzelnen mit sich bringt und worauf speziell Betreiber von Bestandsanlagen achten müssen, erklärte René Walter, Rechtsanwalt des Fachverbands Biogas. Anhand vieler Fallbeispiele verdeutlichte er sehr konkret die Auswirkungen der Gesetzesnovelle. Diese lösten bei den Teilnehmern nicht selten Kopfschütteln aus. Damit nicht unwillkürlich schlechtere Förderkonditionen gelten, sollte jede Änderung an einer Biogasanlage genau geprüft und am besten mit einem Rechtsanwalt abgestimmt werden. „Es ist schon eine schwierige Situation für die Biogasbranche“, sagte Carina Arndt, Studienleiterin an der Akademie für erneuerbare Energien, am Ende der Veranstaltung. „Bestandsanlagen sind zwar mit einem blauen Auge davon gekommen, aber das Eis, auf dem sie stehen, ist an manchen Stellen dünn.“

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