Masterthesis: Biogasanlagen auf Fördergelder angewiesen

Masterthesis Lührs und Engels

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist ein Instrument, das erneuerbare Energien in den Markt integrieren soll. Im Rahmen des Gesetzes werden auch Biogasanlagen gefördert – zumindest vorerst. Denn langfristig müssen die Anlagen auch ohne Fördergelder wirtschaftlich bestehen. Für die ersten Biogasanlagen läuft bereits in weniger als 10 Jahren die auf 20 Jahre garantierte Einspeisevergütung aus. Viele Betreiber stehen nun vor der Herausforderung, Konzepte zu erarbeiten, die die Wirtschaftlichkeit ihrer Anlagen auch ohne Fördergelder garantieren.

Wie solche Konzepte aussehen könnten, untersuchen Mareike Lührs und Jürgen Engel in ihrer Masterthesis mit dem Titel „Analyse der Wirtschaftlichkeit von Handlungsoptionen am Beispiel zweier Biogasanlagen bei Entfall der festen Einspeisevergütung“. Die Autoren gehen der Frage nach, ob und unter welchen Bedingungen die Anlagen bereits heute ohne Fördergelder wirtschaftlich bestehen können. Anhand zweier Fallbeispiele analysieren sie, welchen Beitrag verschiedene Handlungsoptionen leisten, um den wirtschaftlichen Erfolg der Anlage zu sichern. Die Handlungsoptionen ergeben sich dabei durch die unterschiedlichen Absatzmärkte und Vermarktungsformen für die produzierte Energie.

Das Ergebnis ist ernüchternd: Lührs und Engel kommen zu dem Schluss, dass die untersuchten Biogasanlagen im angenommenen Fall des sofortigen und vollständigen Entfalls der EEG-Fördergelder nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden können. Der Versuch, an allen derzeit denkbaren und wirtschaftlich sinnvollen Stellschrauben zu drehen, um Erlöse zu maximieren, Kosten zu senken und damit den Förderungsentfall auszugleichen, führte bei beiden Anlagen zu keinem positiven Ergebnis. Lührs und Engel empfehlen insbesondere Anlagenbetreibern, deren EEG-Förderung in den nächsten Jahren ausläuft, ihre Erlösmöglichkeiten gesamtwirtschaftlich und unter besonderer Berücksichtigung sämtlicher Koprodukte zu betrachten. Der steigende Kostendruck mache es in Zukunft noch wichtiger, die Anlagen auf ihre Effizienz hin zu untersuchen und entsprechend zu optimieren.

Grafik: Lührs/Engel

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