Rahmenbedingungen für Brennstoffzellenfahrzeuge

Masterthesis Thorsten Herbert

Um internationale und nationale Klimaziele zu erreichen, muss der Verkehrssektor bis 2050 nahezu vollständig CO2-neutral sein. Hierzu werden alle Formen von Elektromobilität benötigt. Großes Einsparpotenzial versprechen Brennstoffzellenfahrzeuge (FCEVs), da sie sich besonders für mittlere und große Fahrzeugklassen eignen. Damit sich Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologien im Mobilitätssektor bewähren können, müssen die ordnungspolitischen Rahmenbedingungen stimmen. In seiner Masterthesis mit dem Titel „Ordnungspolitische Entwicklungsperspektiven einer Einführung der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie in den Mobilitätssektor“ diskutiert Thorsten Herbert anhand einer qualitativen Expertenbefragung die Frage, welche ordnungspolitischen Rahmenbedingungen die besten Perspektiven für die Markteinführung bieten. Und er liefert einen Fahrplan für deren Umsetzung.

Herbert stellt zunächst die Ausgangssituation dar: Er erläutert, warum die Energiewende auch den Mobilitätssektor einschließen muss und welche alternativen Energieträger hierbei eine Rolle spielen. Im Fokus seiner Arbeit steht die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie. Der Autor erfasst Faktoren, die eine erfolgreiche Markteinführung dieser Technologien beeinflussen, und bewertet sie.

Sowohl für Batterie- und Plug-in-Hybridfahrzeuge als auch für Brennstoffzellenfahrzeuge wird eine zusätzliche Infrastruktur in Form von Lademöglichkeiten und Wasserstofftankstellen benötigt. Daher kommt Herbert zu dem Schluss, dass die ordnungspolitischen Anstrengungen für Infrastruktur und Fahrzeug gleichermaßen vorangetrieben werden müssen. Auf Basis seiner Analyse leitet Herbert die Top-Acht der erfolgversprechendsten ordnungspolitischen Maßnahmen für die Einführung von Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologien in den Mobilitätssektor her. Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören die Minderung des Listenpreises bei der Dienstwagenbesteuerung, Zuschüsse beim Bau von Wasserstofftankstellen sowie die Befreiung des Wasserstoffs von der Kraftstoffsteuer. Herbert empfiehlt, kurzfristig diejenigen Instrumente anzugehen, die die Infrastruktur bzw. den Kraftstoff sowie die Kaufbereitschaft im gewerblichen Bereich beeinflussen.

Grafik: Thorsten Herbert

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