Über den Horizont hinaus

Masterabsolvent Felix Wegner

Die Energiewende in Deutschland zu vollziehen, ist schön und gut. Für Felix Wegner hört dies jedoch nicht an den Landesgrenzen auf. Er sucht nach ökologischen Energielösungen in Ländern, in denen weite Teile der Bevölkerung überhaupt keinen Zugang zu Elektrizität haben. Das fachliche Know-how für seine Arbeit erhielt er im Rahmen seines Masterstudiums an der Akademie für erneuerbare Energien.

Windparks, Photovoltaik oder Biogas: Eine ganze Branche arbeitet mit Hochdruck daran, das Thema erneuerbare Energien im eigenen Land voran zu bringen. Für Felix Wegner ist dies nicht genug. Er sucht Herausforderungen auf internationaler Ebene. Im Rahmen seiner Masterthesis beschäftigte er sich mit dem Einsatz von netzfernen Energielösungen im afrikanischen Staat Tansania. „Die Versorgung mit Strom ist eng mit den Entwicklungschancen einzelner Menschen und ganzer Volkswirtschaften verknüpft“, erklärt Wegner. „Leider haben auch heute noch lange nicht alle Menschen Zugang zu Elektrizität.“

Daher beschäftigte sich der Hamburger mit der Frage, inwieweit erneuerbare Energien diese Versorgungslücke schließen können. Der Anstoß zum Thema der Masterarbeit kam von seinem Arbeitgeber, dem Energieunternehmen Eon, bei dem er als Referent Controlling Retail arbeitete. Mit Begeisterung hat er das Thema angenommen. „Mich reizte, dass ich mich gleichzeitig mit einer ökologischen und sozialen Fragestellung beschäftigen konnte, die sich unmittelbar mit einem der dringlichsten Themen des 21. Jahrhunderts auseinandersetzt.“

Mit der Masterarbeit brachte Wegner sein Masterstudium Erneuerbare Energien zum erfolgreichen Abschluss. Das Studium absolvierte der 27-Jährige neben dem Beruf. „In meinem Arbeitsalltag im energiewirtschaftlichen Vertriebscontrolling kam ich regelmäßig mit technischen Fragestellungen im Bereich der erneuerbaren Energien in Berührung“, erklärt Wegner seine Motivation für das Studium. „Mein Ziel war es, ein tieferes, wissenschaftlich fundiertes Verständnis über den Energiemarkt und das Zukunftsfeld der erneuerbaren Energien zu gewinnen. Hierfür bot der Masterstudiengang die perfekten Voraussetzungen.“

In seiner Berufspraxis profitiert Wegner vor allem von Studieninhalten wie dem Modul zum Thema Energieversorgungssysteme und Ordnungspolitik, das explizit strukturelle Markt- und Fördermechanismen vermittelte. Auch die Unterrichtseinheiten zu Windenergie und Photovoltaik rüsteten Wegner für den Job. „Hier konnte ich ein relevantes technisches Verständnis erlangen, das bei mir in dieser Form vorher nicht vorhanden war.“

Mit dem Master-Abschluss in der Tasche fand Wegner, dass es wieder einmal Zeit wurde, den eigenen Horizont zu erweitern – wortwörtlich. Im Januar 2015 kündigte er seine Stelle bei Eon, um eine Asienreise anzutreten. „Das ist ein lang gehegter Traum von mir“, sagt Wegner. Thailand, Vietnam, Myanmar, Kambodscha und Laos gehören zu den nächsten Zielen. Ein konkretes Rückflugdatum gibt es noch nicht. „Ich genieße es, mir ohne bindende Verantwortung so lange Zeit zu nehmen, wie ich möchte, um Kultur, Sprache, Menschen und Eindrücke intensiv wahrzunehmen und wirken zu lassen“, erklärt Wegner. „Reisen hat für mich auch etwas mit selbstbestimmten Grenzerfahrungen zu tun. Ich bin neugierig und wüsste keinen besseren Zeitpunkt, diesen Wunsch in die Tat umzusetzen.“

Foto: Felix Wegner

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