Von Energiewende, Gorleben und Thermodynamik

Gorleben Studenten Master Akademie Erneuerbare Energien

Akademie eröffnet 5. Masterjahrgang Erneuerbare Energien

Zehn neue Studierende begrüßte die Akademie für erneuerbare Energien vom 2. bis 5. April 2014 im Wendland und eröffnete damit den nunmehr 5. Jahrgang im Master Erneuerbare Energien. Für die zwei Frauen und acht Männer eine Prämiere – bekannt war ihnen das Wendland bisher nur aus Berichten über Castor-Transporte und Gorleben. „Die Anti-Atombewegung hat das Wendland stark geprägt“, erläuterte Dieter Schaarschmidt, Pionier der ersten Stunde in den erneuerbaren Energien, in seinem Eröffnungsvortrag Mittwochabend. Dabei kann sich die Region heute mit ihrer Vorreiterrolle im Bereich der erneuerbaren Energien rühmen. „Als der Landkreis 1999 den Entschluss fasste, sich zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu versorgen, glaubten selbst Abgeordnete der Grünen nicht an eine Umsetzung. Wir waren zehn Jahre früher dran als alle anderen“, erklärte Schaarschmidt nicht ohne Stolz. Heute ist die Vision bereits Wirklichkeit geworden: 2012 wurden 115 Prozent des verbrauchten Stroms aus regionalen regenerativen Energiequellen erzeugt. Ein idealer Studienstandort also für die zehn Masteranwärter.


Für diese folgte an den nächsten beiden Tagen mit der Besichtigung des Standortes Gorleben der Einstieg in die Praxis.  Am Donnerstag ging es im Erkundungsbergwerk in voller Montur – orangefarbener Overall, Helm und Sicherheitsstiefel – 840 Meter in die Tiefe. Dort angekommen wurden die Studierenden durch die verschiedenen Stollen des Erkundungsbergwerks geführt. Ein Mitarbeiter der DBE mbH erklärte, wie der Salzstock vor vielen Millionen Jahren entstanden ist, welche Arbeiten unter Tage durchgeführt werden und wie viel noch erforscht werden muss. Nach der anschließenden Besichtigung der SKF GmbH, auf dessen Gelände sich die Akademie befindet, wurden die Studierenden durch den 1. Kreisrat Claudius Teske sowie den Beirat der Akademie bei gemeinsamen Kaffee und Kuchen begrüßt und im Anschluss durch Lüchow geführt.


Am Freitagvormittag besuchte die Gruppe dann zunächst das Informationshaus in Gorleben, wo zahlreiche Modelle, Schautafeln und Videofilme über die Entsorgung ausgedienter Brennelemente und radioaktiver Abfälle informierten. Ein Mitarbeiter der GNS Gesellschaft für Nuklear-Service mbH beantwortet Fragen zu Betrieb und Sicherheit von Atomkraftwerken. Im Anschluss folgte eine Betriebsführung durch das Zwischenlager selbst. Ausgestattet mit weißen Kitteln und Überzieh-Schuhen, konnten sich die Studierenden das Abfalllager für radioaktive Betriebsabfälle aus nächster Nähe ansehen. „Es ist schon erschreckend, wie viel Aufwand betrieben werden muss, um radioaktiven Abfall sicher zu verwahren“, fasste Carina Arndt, Studienleiterin an der Akademie, den Besuch für sich zusammen. Und trotz höchster Sicherheitsstandards bleiben ihr Zweifel: „Jetzt ist er sicher verpackt, aber was ist in 1000 Jahren?“


Studenten Master Akademie Erneuerbare Energien

Der 5. Masterjahrgang Erneuerbare Energien
Erste Reihe von links: Thomas Meisel, Mathias Kuhl, Timo Schmidt, Ute Lisa Zimmermann
Zweite Reihe von links: Anne Jirjahlke, Elfrun Frauendorf, Thomas Hoffmann, Anett Voigt, Frank Richter-Trautmann, Carina Arndt.
Es fehlen die Studierenden Maiwand Amin, Tobias Jensen und Yvan Radovcic.

Nach der Einführung in die Region folgte am Freitagnachmittag der fachliche Einstieg. Anne Jirjahlke, Geschäftsführerin der Akademie, und Prof. Dr. Thomas Veeser, Studiengangkoordinator an der HAW Hamburg, informierten über die Abläufe des Studiums, die Lernplattform Moodle sowie das Softwareprogramm Spreed. Am Samstag hielt dann Prof. Dr. Franz Vinnemeier mit dem Brückenkurs Thermodynamik die erste Vorlesung des neuen Jahrgangs. Obwohl das Fach von vielen Studierenden gefürchtet wird, erhielt Prof. Vinnemeier am Ende des Tages viel Lob: „Prof. Vinnemeier hat dieses schwierige und eigentlich auch trockene Thema wirklich gut rübergebracht. Die Zeit verging wie im Flug“, so Studienanwärter Maiwand Amin. Auch seine Kommilitonin Ute Zimmermann war zufrieden und lobte die Auftaktveranstaltung: „Respekt für die tolle Organisation. Das war wirklich ein sehr spannendes Programm und ein herzlicher Empfang. Besonders gut hat mir die gesunde Mischung aus fachlichem Einstieg und „Rahmenprogramm“ gefallen.“ Die Akademie für erneuerbare Energien freut sich über den gelungenen Start und wünscht den Studierenden viel Erfolg!

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